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Iga no Kuji - Magie der Shinobi - Ego oder einfach erklährt?

 

MAGIE - ein großes „Zauberwort“, was über die Jahrhunderte bis heute immer wieder für Kontroverse sorgte.

Oft vergessen Menschen, dass wir für alles verschiedene Sprachen benutzen, was im Kern häufig die gleiche Bedeutung hat. Sie vergessen, dass der Schlüssel in Einfachheit liegt und Dinge oft sehr simpel sind.

 

Ich bin meinen daoistischen, westlich keltisch-germanischen, alchemistischen und Ninpo Lehrern wie meiner Kuji-Lehrerin, welche ihr jahrzehntelanges Wissen direkt von den Shinobi (Ninja) aus unserer Region aus Iga in Japan erhält extrem dankbar, welches mit meinen wissenschaftlichen und praktischen Vorkenntnissen zusammen kommt und immer mehr ein Bild für mich ergibt. Leider gibt es aber immer wieder auch Menschen, die mit Wissen nicht raus wollen und ein großes Geheimnis daraus machen über Dinge die oft sehr einfach sind. Ich stelle mir persönlich manchmal die Frage, ob wir nicht in einer ganz anderen bewussteren und besseren Welt leben würden, wenn die Menschen bewusst ganz offen mit diesen Themen umgehen würden. Zumal in unserer hypermedialen Zeit in Zukunft sowieso immer mehr greifbar sein wird. Das ist eine gute Seite. Dazu zählt aber auch, dass man für dieses Wissen nicht mehr verfolgt wird und das jegliches Wissen zugelassen wird, ohne den Anderen damit zu überfrachten oder ihm etwas aufzudrücken. Oft haben die alten Weisen dieses Wissen nämlich auch gerade deswegen versteckt, weil es gewisse Gefahren mit sich brachte und Menschen auch gestorben sind für Ihr Wissen.

 

Jede Tradition benutzt ihre eigenen Mittel und Wege dafür, was im Kern aber das gleiche Prinzip ist. Einer meiner Favoriten ist das Buch „Schatten Drache“, in dem ganz einfach erklärt wird, dass das Wort "Magie", wenn sich jemand damit erhöht und nicht bereit ist Wissen raus zu gehen, häufig nichts weiter als reine Ego - Sache ist.

Ein entwickelter Meister wird ab einem bestimmten Punkt, wenn der Schüler genug Basis durchlaufen hat diese Sachen vernünftig vermitteln und da kein Geheimnis daraus machen. Einer unserer vier großen Lehrer in Europa sagte einmal „there is no magic“. Eigentlich hat er es auch recht gut auf den Punkt gebracht, denn zur Freude der Atheisten reden wir möglicherweise von nichts anderem als reine Physik. Umso schlimmer ist leider, dass jene Praktizierenden dieser Themen über die Jahrhunderte ums Leben gekommen, gejagt und verbrannt worden sind, was in einigen Ländern heute immer noch praktiziert wird, weil man diese Menschen einfach nicht versteht und vielleicht auch nicht verstehen will bzw. es eine Frage des Bewusstseinslevel und von Sprachen ist.

Oben drauf müssen wir uns vielleicht auch eingestehen, dass das Universum viel größer ist, als dass wir jemals mit einem Bruchteil auch nur ansatzweise alles einfach erklären könnten. Schlicht gesagt, hier kommt der schwierigste Teil: wir wissen eigentlich gar nichts! „Wenn wir gestorben sind, werden wir verstehen“, pflegte unser Großmeister gerne zu sagen.

 

Ich möchte in diesem Abschnitt nur einen Gedankengang rein bringen, denn um dies zu praktizieren, ist es immer wichtig, mit seinen Lehrern zu sein und es ist auch nicht mit einem Wort erklärt. Allein die Shinobi (meine Lehrerin bevorzugt dieses Begriff) aus Iga haben sehr komplex praktiziert und ihr Wissen aus verschiedenen Strömungen bezogen, darunter Taoismus, Shintoismus, Hinduismus, Buddhismus und natürlich sollten sie für alles offen sein, was sie lernen konnten. So hat auch der Lehrer von unserem Großmeister, Takamatsu Sensei viele Sprachen gesprochen. In erster Linie dienten diese Praktiken der energetischen, körperlichen und geistigen Entwicklung, Heilung und Ausrichtung der Shinobi.

Es galt, so viel wie möglich zu adaptieren, um möglichst so unbesiegbar wie möglich zu werden und so hoch entwickelt wie möglich zu sein.

 

"Magie" bedarf keiner komplizierten Sachen, sondern in erster Linie ein gepflegtes Bewusstsein.

Wenn wir verstehen, dass auf dem Schulhof bereits Magie anfängt, wenn wir jemanden ständig mit schlechter Sprache besprechen und was daraus resultiert, wenn wir zu 60-70 % aus Wasser bestehen, wozu das bei Mobbingopfern führen kann, haben wir schon eine Menge verstanden. Auch wenn wir Diagnosen benutzen, hat das eine große Macht.

Zu diesem Thema hat auch der japanische Wissenschaftler Masura Emoto viele Untersuchungen mit Wasserkristallen gemacht, diese veränderten ihre Struktur, je nachdem, ob sie positiv geladen besprochen oder negativ geladen besprochen wurden. Sehr zu empfehlen, sich das mal anzuschauen.

Ein schönes Beispiel, ist folgende Geschichte:

Ein Familienvater wurde einmal am Kopf operiert und man hat dabei festgestellt, dass er viele kleine Tumore im Kopf hat. Man nähte ihn zu und sagte dem Sohn, dass dieser Mensch nur noch ein Jahr zu leben hat, und fragte ihn, ob sie es ihm sagen sollen oder der Sohn es machen würde. Der Sohn bejahte, dass er sich darum kümmern würde und sagte dem Vater aber nichts. Dieser lebte zehn Jahre ganz normal weiter. Erst als er dann noch mal wegen einer anderen Sache geöffnet wurde und man feststellte, das immer noch viele kleine Tumore dort waren, sagten die Ärzte es ihm selber. Dieser Mann war nach einem Jahr tot!

Diese eintreffende Geschichte zeigt deutlich, dass man mit Diagnosen sehr vorsichtig sein sollte. Worte können Leben beenden, und Worte können Leben retten. Jeder Krieg auf diesen gesamten Planeten beginnt mit einem Wort und endet in einer Handlung.

Worte sind Ladungen.

Wie auch die alten Germanen zu Heilung, Runen raunten, so benutzen auch die Ninja Mantras (Kotodamas) um zu heilen oder ihr Anliegen zu vollbringen.

 

Wir können uns das nun über Spiegelneuronen psychologisch vorstellen, aber auch über Schwingungen, über die Welle -Teilchentheorie, da wir alle nichts weiter als Atome sind, die Schwingen und die Eigenschaften von Wellen haben oder auch über das Wasser, aus dem wir bestehen oder einfach psychologischen Sachverstand. Egal, wie wir es uns erklären. Worte haben Macht und wurden früher in bestimmten Situationen zum Beispiel als „Fluch“ bezeichnet.

Magie ist die Kunst Bewusstsein auf eine effiziente Art und Weise gezielt einzusetzen. Je höher wie entwickelt sind, desto höher das Bewusstsein und deswegen geht dieser ganzen Schulung auch eine tiefe Entwicklung voraus, die sehr gesund sein sollte, weil es sonst sehr gefährlich werden kann.

Der Mensch sollte absolut integriert sein und natürlich sein Ego im Griff haben. Aber auch hier gilt: alles, was wir ins Universum geben kommt zu uns zurück. Sollte ein Mensch schlecht handeln, wird er ganz allein den Preis dafür bezahlen. Ein hoch entwickelter Magier weiß das.

Also kann man sich eigentlich relativ schnell die Frage nach sogenannter „schwarzer Magie“ beantworten und wie viel Sinn diese macht bzw. was sie anrichten kann.

Das ist auch eine wahrscheinliche Möglichkeit, warum die Germanen gewisse Opfer gebracht haben. Sie wussten sie müssen ein Opfer bringen, wenn sie den nächsten Kampf gewinnen wollen. Es klingt für uns heute vielleicht etwas fantastisch einfach ins Moor zu gehen, damit der Stamm eine gewissen Energie vom Göttlichen erhält, um die Römer zu schlagen. Man stelle sich aber vor, dass das auch eine gewisse Courage benötigt und wie viel Kraft dahinter steckt, soweit zu gehen. Die alten Germanen waren sehr bekannt für ihre Treue.

Das Ganze ist natürlich komplexer und geht noch viel tiefer und man kann verschiedene Praktiken benutzen. Und das ist natürlich längst nicht alles, aber ein Thema, um den Gedankengang anzuregen.

 

Die Shinobi lehrten mit dem Kuji In/ Kuji Kiri, Energien zu leiten, sich zu heilen, sich zu schützen und auch Anliegen zu vollbringen.

So setzen sie es ein, um mit ihrem Bewusstsein zu arbeiten und den Willen zu kanalisieren, auch in notwendigen kriegerischen Auseinandersetzungen.

Diese unterliegen einem festen universellen Prinzip und werden zum Beispiel gestützt, durch Mudra/ Ketsu In, also den Handpositionen in dem Kanäle verknüpft werden, einer bestimmten Absicht, also dem Kanalisieren der Gedanken, wozu man auch die Verbindung mit bestimmten Gottheiten und Symbolen benutzt, und das Verwenden bestimmter Worte (Ladungen), Mantras/ Kotodamas.

Sie benutzen das Prinzip von drei ganz bestimmten Ebenen (Sanmitsu), die zusammengebracht wurden und die im Kern überall gleich sind. Dafür gibt es eine Abfolge von verschiedenen Siegeln, die auch wieder über die Regionen variieren und verschieden angewendet werden. Im Iga Ryu Ninpo haben wir neun verschiedene Kernsiegel, die aufeinander aufbauen. In Europa arbeitete man wahrscheinlich mehr mit z.B. jahrelangen entwickelten „Zaubestäben“, um Energie zu kanalisieren. Das ist ein reines Werkzeug, sowie diese drei Sachen, die einfach der Verknüpfung und Ankerrungen bestimmter Dinge dienen.

Interessanter Weise haben die Germanen sehr viel mit ihren Runen gearbeitet. Diese wurden geritzt, gerötet (mit Farbe oder Blut) und geraunt. Sie dienten ähnlich dazu, bestimmte Anliegen zu vollbringen, aber auch Orakel zu vollziehen und Zeremonien zu halten.

Wer ein westliches Verständnis dazu braucht, findet einiges im Bereich NLP (Neurolinguistisches- Programmieren) dazu.

 

Die genannten Dingen sind aber alles Sachen für die wir die nötigen Grundlagen aufbauen sollten und bildet ein Komplex aus vielen Sachen. So manch einer nutzt dafür Raiki, Chi Kung, Yoga, westliche Konstrukte oder andere Richtungen.

In meiner eigenen Praxis muss ich aber sagen, dass ich sehr glücklich bin, dass ich eine Grundlage über die Jahre geschaffen habe und sei’s nur der kleine Kreislauf, die Daoistischen Praktiken und vieles mehr. Die Shinobi wissen, dass Kuji nicht mit tollen Finger verknoten beginnt, sondern erst mal damit gerade sitzen zu können, tief und befreit, atmen zu können, Energie bewegen zu können, loslassen zu können und Mikrokosmos und Makrokosmos verbinden zu können oder die Verbindung spüren zu können und eine Einheit von Körper und Geist herzustellen.

In erster Linie dienen diese Sachen der eigenen Entwicklung und Selbst-Heilung und auch hier gilt nochmal, richte ich Schaden damit an, kassiere ich selber dafür den Preis. Das ist ein einfaches Hermetisches Gesetz!

 

Wer sich gerne mal mit dem Thema auseinandersetzen möchte was eigentlich Energie ist, kann gerne das Werk von Oschmann lesen „Energie Medizin“. So manch ein wissenschaftlich denkender Mensch braucht manchmal dafür fundierte Erklärungen, welche dort sehr gut zu finden sind und mit elektromagnetische Energie, Thermodynamik, kristallinen Strukturen und so weiter arbeiten. Auch hier sei angesagt, dass unser Nervensystem nicht weiter ist als energetische Spannung, und jeder, der daran zweifelt, kann sich gerne einmal von einem Defibrillator eine fangen lassen und gucken, dass er wieder zurückkommt. Das sage ich ganz gerne mal meinen Leuten in den Erste-Hilfe Kursen. Und auch was man bei einem epileptischen Anfall sieht, ist es nichts weiter als energetische Entladung im Nervensystem. Eine meiner Dozentinnen erklärte mal im Psychatrie-Unterricht, wie sie beobachtet hätte, während der stationären Arbeit, wenn sie in ein Zimmer gekommen ist, wo Menschen epileptische Anfälle vorher hatten, man hinterher die Energie im Raum gespürt hat, also die Aura.

Somit ist es hoffentlich für jeden greifbar, was gemeint sein könnte.

 

Jede Tradition hat verschiedene Wege damit umzugehen. Der erste Schlüssel ist das Bewusstsein zu entwickeln. Daraus werden alle Antworten folgen und natürlich alle Handlungen.

 

Das Kanji Nin 忍 - bedeutet, auch den Willen wie eine Klinge auszurichten und zu kanalisieren, um damit sein Anliegen zu vollbringen. Dafür müssen Körper und Geist kontrolliert sein und frei von ungesunden Strukturen.

Es ist immer wieder faszinierend zu sehen, wie viel mehr hochentwickelt jene Krieger waren, als bloße „Tötungsmaschienen“. Und das war auch der Kern der Tradition. Was natürlich von den Regionen etwas variierte. Aber unsere Tradition in Iga war zum Beispiel früher existent als Koga (welches sehr militärisch war) und hatte diesen spirituellen Kern - vorne ab erst mal ein natürliches, menschliches und gesundes Wesen zu werden, wie in der „Essenz des Ninjutsu“ beschrieben wird, als der Junge Toshitsugu Takamatsu sich an seine Lehrmeister erinnerte, die zu ihm sagten:

Ninjas müssen sich daran gewöhnen, natürlich zu leben. Sie müssen lernen, natürliche Nahrung zu sich zu nehmen, aber nur Nahrung ist nicht genug. Zuerst trinke frisches Wasser, aber nur Wasser zu trinken ist nicht genug. Zuerst fülle deine Lungen mit frischer Bergluft.

     (Vgl. Essenz des Ninjutsu, 2001, Hatsumi Masaaki)

Somit ist das oberste Gebot eines Ninjas Respekt gegenüber den göttlichen Wesen und ein Leben in Einfachheit zu führen und vor nichts Angst zu haben. Das dürfen wir niemals vergessen.

Und auch wenn es Prinzipien in der Magie gibt, sollten wir uns nicht einfallen lassen, zu glauben, dass wir irgendwas kontrollieren können, das Universum ist groß genug, um alle Paradoxa bequem darin enthalten zu können.

Wer mehr Interesse an diesem Themen hat kann gerne persönliche Rückfragen stellen und unsere Kurse am besten besuchen.