· 

Die Kunst der heiligen Vereinigung - sexuelle Alchemie

 

Wir befinden uns hier in mitten eines sehr kontroversen Themas, welches in vielen spirituellen und religiösen Linien seit Jahrtausenenden diskutiert wird. Auf einer Skala von unkontrollierten agieren bis hin zu einer sehr starken Kontrolle, nicht wenig auch durch höhere Instanzen, um diese extrem starke Energie irgendwie kontrollieren zu können, welche nicht wenig tief verborgen unter den Herden vieler weltlicher Probleme von Gewalt, Kriegen und Missverständnissen bis hin zum Kampf der Geschlechter und Übergriffen liegt.

Kaum ein Thema ist wahrscheinlich so kontrovers diskutiert worden wie das der Vereinigung der sexuellen Urkraft - zwei kraftvolle Pole, die die höchste Möglichkeit haben, sich für eine Zeit zu verbinden und eine gewaltige Energieexplosion auszulösen. Genau deswegen löst dieses Thema auch gleichzeitig so viel Kontroverse und Angst aus und ist mit viel Kontrolle, Konditionierung, Erziehung und Macht belegt.

Die Vereinigung zweier Seelen ist weitaus mehr als ein rein physischer Akt. Auf höchster Ebene kann man diese Verbindungskunst, als Zeremonie der Polenergetik verstehen und wie weit man in den Ebenen handelt, hat etwas mit dem Level des Bewusstseins zu tun.

Mein Daoistischer Lehrer sagte einmal zu mir: „der Schlüssel zu allem ist Bewusstsein!“

Und ist es nicht genau dass, was uns Menschen ausmacht und in der Natur unterscheidet? Die Kraft, die Fähigkeit aufzusteigen und uns zu entwickeln?

Daraus lässt sich schließen, dass es nicht nur quasi sehr schwach entwickelt, bis schade oder sogar ein fataler Fehler wäre, uns nur auf eine physische Ebene runter zu reduzieren, da der Mensch vieldimensional ist. Denn nicht zu letzt bleibt die Frage, was ist die Konsequenz davon, wenn wir uns nur auf eine dieser Ebenen herunterlassen und von den Anderen extrahieren? Wo wollen wir hin? Und was kann der höher Sinn der Vereinigung von zwei Polen, je nach deren Entwicklung sein? Zu was sind wir wirklich fähig und wozu dient diese Kraft eigentlich?

 

Die folgende Gedankenanregung hier soll nun also nicht in speziellen Praktiken, Positionen, oder Geboten liegen, sondern einmal die Macht, unser Fähigkeiten mit all den Konsequenzen der höchst möglichen Potenzierung unseres Bewusstseins auf zeigen. Denn sofern viele von „spirituell energetischer Vereinigung“ sprechen, wäre der erster Schritt vor irgendwelcher alchemistischer Übungen, vielleicht erst einmal klar zu werden, „was“ wir da überhaupt machen, statt wie ferngesteuert auf der Welt rum zu treiben. Es soll Bewusstsein dafür schaffen, wie wach wir dabei vorgehen, sowohl für uns selbst als auch für unsere Partner, welche unweigerlich mit uns verbunden sind, wenn wir das Band einmal öffnen. Verantwortung scheint heute ein schwieriges Thema den je zu sein. Nur um hier mal ein hermetisches Gesetz ran zu ziehen, ist die Verbindung mit einer anderen Person nie reine „Selbstbefriedigung“ auf untersten Level, bzw. sollte sie das nicht sein, sondern wir stoßen eine Reaktion im Kosmos an, wofür nicht nur der Partner, sondern wir selbst als aller erstes die Konsequenzen tragen. Wenn wir das nicht verstehen und immer noch auf der Ebene der Triebe bleiben, kreieren wir reines Chaos. Das zeigt sich nicht wenig in hohen Scheidungsraten und der Unfähigkeit lange, stabile Beziehungen loyal zu führen, Kämpfe zwischen den Geschlechtern, Bindungsproblemen und gesundheitliche Problem und Übergriffen bis hin zur Gewalt.

Wir leben in einer Zeit der medialen Verwirrung, Informations-Überflutung und gleichzeitig paradoxen Freiheit. Ein Kollege sagte mir einmal, „der Kampf der Geschlechter ist der Schwierigste, den die Welt je gesehen hat“. Und während es viele Menschen gibt, die sich hier fern ab jeder Achtsamkeit verhalten, könnte die erste Frage, die wir uns stellen können sein: wie weit sind wir eigentlich bereit zu gehen? Und wovor haben wir eigentlich Angst?

 

Die sexuelle Urkraft ist einer der stärksten Kräfte, die in uns wohnt und wenn diese nicht im Gleichgewicht gelenkt wird, führt sie unweigerlich zu Blockaden, zu Krankheit, Gewalt und Missbrauch.

Ein psychiatrischer Professor, den ich sehr schätze (Prof. Raphael Boneli), sagte einmal in einer seiner Videos, „Sexualität ist eine Sprache der Liebe“. Man stelle sich also einmal vor, wenn es das nicht ist, was ist es dann? Wie viel Wert hat es dann noch? Beziehungsweise geht das überhaupt? Und was haben wir zusammen am Ende von der Qualität? Wozu führt dass? Was macht es mit uns und den Menschen?

Prof. Boneli hatte einmal anonym einen Patienten vorgestellt, der 27 Gründe versuchte zu liefern, warum man fernab jeder Liebe Sexualität betreiben kann, und der Professor hatte so ziemlich jeden einzelnen Grund von ihm auseinandergenommen und hinterfragt. Darunter war ein Punkt, dass „es ja rein körperlich wäre und nichts mit Gefühlen zu tun hat, wenn er seine Frau betrügt…“. Wenn ein Mensch so agiert, lässt sich also einmal die Frage stellen was passiert hier eigentlich? Und warum unterscheiden wir und machen Kategorien? Abgesehen davon, dass „rein biologisch“ Gefühle immer auch körperlich stattfinden. Denn es ist eine Dynamik aus dem physikalischen Wechselspiel von Hormonen und elektromagnetischer Energie.

Und wie Boneli nun betonte: „Hormone/ Gefühle entstehen körperlich“. E-motionen sind „Energien die sich bewegen“ und wie entstehen sie und was ist Information? Wir produzieren z.B. Oxytocin, Dopamin und Serotonin in unseren Körper und die binden! Vor allem über längeren Zeitraum. Geht man also tiefer wird es immer fester. Man kreiert eine Matrix und diese Matrix wird eine Beziehung. Und wenn diese sexuell ist ist es eigentlich klar welche Art von Beziehung es ist. Und mal ganz abgesehen davon, dass eine Verbindung zweier Menschen schon gefühlsmäßig passen muss, damit ein Akt zu Stande kommt. Also musst da irgendwas anziehendes sein? An diesem Beispiel möchte ich also zeigen, worauf wir uns hier möglicherweise eigentlich „runterlassen“. In dem Moment, indem wir uns auf eine andere Seele einlassen, sind bereits irgendeine Art von verbindenden Gefühlen da. Die Frage ist also nicht ob auch Gefühle da sind, sondern ob wir Verantwortung dafür bereit sind zu übernehmen. Daraus entstehen nämlich halbe Sachen die eigentlich schon weit genug gehen, wo aber keine ausreichende Verantwortung übernommen wird. Oder man sieht nicht weit genug bewusst, was man da eigentlich anrichtet und verstrickt. Und warum. Nur um eigene Bedürfnisse zu befriedigen? Das führt dann dahin, dass es abstruse Modelle gibt wo Menschen halbe Kommitments haben, nichts halbes und nichts ganzes und am Ende viele Beziehungen haben aber nicht eine sauber führen können und die Schatten des anderen nicht mit tragen können. In dem Moment wo ich mit jemanden intim gehen, ist das nicht irgendein Modell oder „Freunschaft-Plus“ oder sonstiges wie man es nennen möchte, sondern die tiefste Verbindung die eingegangen wird zwischen zwei Menschen, weil ich genau diese Matrix kreiere, egal wie ich das nenne. Sexualität kommt eigentlich am Ende einer Kette aus Vertrauen und Kennenlernen, die sich dann zu einer Beziehung entwickelt und dann der gemeinsame Kurzschluss zum „Höhepunkt“ kommt und nicht umgekehrt wie heute unbewusst üblich einfach alles zu überspringen. Sexualität ist eine kreative Energie, und das soll nicht heißen, dass sie nicht auch spontan fließen kann, aber es soll sich mit der Frage auseinandersetzen, wie weit wir dabei überhaupt noch in der Lage sind Beziehung authentisch zu führen und was wir dann davon haben. Bei einer Frau und auch bei einem gesunden Mann fängt Sexualität nicht im Bett an! Und hier müssen wir hinschauen wo wir hier eigentlich hin wollen!

 

Die nächste Frage, die sich aus den Erklärungen Bonelis ziehen lassen, ist auch mit seiner Theorie von Kopf, Herz und Bauch: jede dieser Ebenen müssen passen und alle drei zusammengebracht werden, ist also die Frage auf welcher Ebene agieren wir hier persönlich und bringen wir diese zusammen? Wollen wir das eine so tiefe energetische Kraft auf rein „körperlicher“ Ebene bleibt? Was nicht selten das Testament für das Scheitern einer Beziehung ist, wenn nicht alle drei Ebenen zusammen gebracht werden, nach diesem Modell. Wovor haben wir Angst? Ein körperliches zu Stande zu bringen, ist keine Leistung und sich dann noch zu rühmen mit wie vielen Partner man agiert hatte, hat nichts mit Seelenverbindung zu tun und dient nichts weiter als dem eigenen Ego und entfernt eine Person jeglicher Weise noch weiter weg von tiefer, liebevoller Verbindung im Kern, als sie ohnehin schon ist. Noch dazu ist es abstoßend für den Partner und respektlos, wenn Menschen sich damit brüsten. Es geht nicht darum wenn man Erfahrungen gemacht hat, sondern wenn man beginnt Menschen zu konsumieren. Spätestens dann sollte man sich fragen, warum man das tut. Und wieder ist es eine Frage des Bewusstseins. Das Paradoxe ist dabei, dass man diese Ebenen eigentlich gar nicht trennen kann. Und gerade deswegen muss man für alle Verantwortung übernehmen.

Stellen wir hierzu mal eine ganz einfache, provokante Frage: wollen wir nicht am Ende alle geliebt werden und die tief Möglichste Verbindung zu einem Menschen aufbauen die geht? Wie viel Zeit wollen wir auf diesem Weg verschwenden? Wie bewusst sind wir und was sind die Konsequenzen?

 

Alles in diesem Universum ist Informationen und jede Handlung, die wir eingeben erzeugt eine Reaktion. Selbst auf reiner wissenschaftlicher Ebene kann man das, was wir Lieben nennen, als die höchste Verbindung aller Wesen erklären (ein schönes Beispiel ist „Interstellar“), selbst wenn dies auf Hormone basiert, die auch nur durch Informationen gesteuert werden, denn ein Hormon bekommt einen Auftrag und fliegt nicht einfach irgendwo rum. Dafür sind wir viel zu organisierte Wesen.

 

Sich auf viele Menschen einzulassen, bedeutet noch lange nicht, den Kern zu erreichen Beziehung zu führen und sich wirklich öffnen zu können, viele Stellungen zu beherrschen, bedeutet noch lange nicht vom Herzen lieben zu können, und viel zu wissen bedeutet, noch lange nicht berühren zu können.

 

Wenn zwei Seelen auf einer hoch entwickelten Ebene zusammenkommen und absolute Gleichberechtigung herrscht, kann ein kosmischer Austausch stattfinden, wie es die alten Weisen schon betrachtet haben. Der Mann (Yang) öffnet die Frau und schützt und gibt Energie, die Frau empfängt, und gibt Herz-Energie zurück, die den Mann wiederum nährt. Frauen haben eine nährende Energie und sollten deswegen in punkto Sexualität sehr wertgeschätzt werden. Denn sonst schadet sich der Mann am Ende nur selber. Er hat also auch gar nichts davon außer Energieverlust und kurzzeitige Bestätigung, wenn er eine Frau hat, die er nicht liebt. Andersrum gilt natürlich das Gleiche auf einer anderen Ebene. Wenn wir den Mann nicht schätzen, werden wir uns nicht in unserer weiblichen Energie (Yin) öffnen, verrohen und werden wahrscheinlich sehr hart werden. Und auch viel zu viel Arbeit übernehmen. Wir brauchen einander, um gegenseitig einen Kreislauf zu entfachen. Durch Verletzung beider Seiten kommt es hier oftmals zu schwerwiegenden Blockaden. Ohne den Schlüssel vom Bewusstsein und Liebe werden wir da niemals herauskommen, erst recht nicht mit gegenseitigen Vorwürfen. Beide Seiten dürfen heilen, und das entsteht nur durch Respekt und Verantwortung, aus Vertrauen!

 

Intimität ist kein Ein-Mann-Konzert!

Wenn ich vom anderen etwas erhalte, und auch das hat Prof. Raphael Boneli sehr schön des Öfteren gesagt, „Sexualität ist sich dem Anderen hin schenken und nicht nehmen“, dann trage ich eine gewisse Verantwortung für den Anderen und kann nicht einfach tun, was ich will! Ich kann nicht nehmen (was eigentlich dem anderen gehört) und dann keine Verantwortung tragen. Und es ist auch nicht der Ort „sich zu beweisen“. Jeder schenkt dem anderen seinen Kanal und beide fließen ineinander über. Wenn sich der Andere öffnet, ist es meine Aufgabe, ihn zu schützen. Beziehungsweise sein Vertrauen zu sichern und zu schützen. Tue ich das nicht und kann ich das nicht, zeugt das sehr häufig von einem schwach entwickelten Bewusstsein, starker Selbstbezogenheit und ein nicht gesund kanalisierter Trieb und sorgt am Ende für Chaos, indem viele Menschen verletzt werden können. Denn der Schlüssel für die Entfaltung und Öffnung ist Vertrauen, Sicherheit und Loyalität, dann fließt auch Energie.

 

Anschauen sollte man sich vielleicht auch den Punkt, dass je mehr ich energetisch verstricke, desto mehr Ansammlungen entstehen, auch wenn diese nicht gelöst werden. Deswegen gibt es weiblichen Shamanismus zum Beispiel Gebährmutterreinigungen. Sobald ich mit einem Partner, welcher ans „Jadetor“ andockt, interagierte bleibt diese Verbindung. Am schlimmsten können Frauen das bei Gewalt bestätigen. Und all diese Verstrickungen haben Konsequenzen vor allem erst mal auf mein eigenes Leben. Und schließlich für all die Menschen, die ich mit rein ziehe. Und im schlimmsten Fall sehr doll verletze und nicht wenig ihr Leben lang. Wie viele Menschen leiden durch derartige Verletzungen, weil sie hintergangen wurden? Nicht umsonst ist es in vielen Kulturen ein sehr schwerwiegender Bruch, weil es die tiefste Energie ist, die wir austauschen können und sobald diese entfacht ist, sind beide Seelen miteinander auf tieferer Ebene verbunden. Bewusst oder unbewusst. Es gibt selbst Tiere, die ihr Leben lang, miteinander verbunden bleiben.

Ist die Energie unbewusst verbunden, weil ich eben mal 5 Minuten Spaß wollte, und auf reinen körperlicher Ebene bleibe, wird sie nie die Ebene erreichen wie zwei ausgeglichene Seelen, die sich wirklich verschmelzen und Lieben und dennoch viel Schaden anrichten.

Sexualität ist nie einfach nur Nahrung. Es ist Wachstum. Es ist Verbindung. Es ist Verschmelzung. Es ist göttliche Energie, mit der wir lernen müssen, umzugehen und da steht niemand über den Anderen!

 

In den Daoistischen Traditionen geht man davon aus, dass der Mann viel Energie durch Ejakulieren verliert und für die Herren es ist z.B. eine mögliche Erklärung für den Müdigkeitsanstieg, der danach passiert, weil der ganze Körper all die Lebensenergie zusammenstellt, um das best Mögliche abzugeben für das neue Leben! Nicht nur wegen der Glückshormone. Und auch ihr wollt ja nur das Stärkste und Gesündeste weitergeben richtig?

 

Die Damen der Schöpfung verlieren sehr viel Energie durch die Regelblutung und haben aber eine sehr, sehr starke, fast unerschöpfliche Kraft in der Sexualität. Weiblichkeit ist der Inbegriff von Sexualität, und sie sind auf natürliche Art und Weise an diese Energie angebunden. Sie Nähren und Speichern, und wenn etwas nicht gelöst wird, kann es ein Leben lang verbunden bleiben. Anstatt diese Energie zu unterdrücken und zu versuchen zu kontrollieren was nicht zu kontrollieren ist, sollte man versuchen, sie zu verstehen, zu reden und sich hinzugehen. Ein Mann wird niemals Kontrolle über die weibliche Urkraft haben, weder über Zyklus und Schwangerschaft, noch über die weibliche Kreativität und Entfaltung. Noch wird er sich jemals mit Gewalt „Macht“ zurückholen können, weil er Energie verliert und sie dazu bekommt und er auch noch deutlich mehr Schwierigkeiten hat sich zu kontrollieren. Eine Frau ist wie eine Pflanze, die Zuneigung und Vertrauen braucht und selbst entscheidet, wann sie sich öffnet. Es ist quasi ein spielerischer und künstlerischer Akt, „die Sonnengöttin aus der Höhle zu locken“. Andersherum gibt auch der Mann sein Vertrauen, welches die Frau Würdigen und keine „Spielchen“ treiben sollte, was für einen Mann oder Menschen sehr entwürdigend sein kann. Auch seine Gefühle müssen respektiert und wertgeschätzt werden. Wir sehen hier Möglicherweise die Grundlagen für viele Probleme und die kann man nur lösen, wenn man bereit ist zu zu hören und zu geben. Seinen Energiefluss dem Anderen zu schenken. Den geht es nicht darum den Anderen in gesunder Harmonie mit sich selbst glücklich zu machen? Und das zählt fürs ganze Leben!

Aber das bedeutet auch, sich selbst öffnen zu können! Hier sind wir in einem sehr wichtigen Punkt: Wie weit bin ich bereit, mich selber eigentlich zu öffnen und wie weit kann ich mich öffnen? Kann ich Kontrolle abgeben? Und hier ist genau der Knackpunkt, wo es häufig mit Gewalt im Spiel endet. Der männliche Pool darf verstehen, dass er eben keine Kontrolle hat, über das viele Kulturen versuchen zu kontrollieren bei der Frau. Am Ende muss er ihr Vertrauen. Genauso sollte aber auch die Frau Respekt und Verantwortung für den Mann übernehmen, denn dieser muss auch für den Rest seines Lebens Konsequenzen tragen. Begegnung ist weder ein Ort für Spielchen noch für Manipulation und Kontrolle jeglicher Art. Es ist die Fähigkeiten, sich hin hinzugeben und loszulassen. Und wer das nicht kann, führt die Beziehung ins Ungleichgewicht und wir sehen, wohin das auf hoher Ebene fühlt.

 

All das sind die Fragen, die man sich erst mal stellen darf, bevor man sich um irgendwelche tantrischen Experimente sorgt. Das kann man natürlich alles auf höherer Ebene ausbauen. Aber vieles auf diesem Planeten geschieht, weil wir eben nicht weit genug im Bewusstsein sind. Das Schöne ist, dass wir alle eigene Entscheidungen treffen dürfen, aber diese sollten immer mit Respekt und im Einklang mit einer anderen Person sein, da diese dann mit uns verbunden ist.

Ein höherer Praktizierender weiß das und weiß auch um dieses Bewusstsein. Ein höherer Praktizierender versucht, als erstes die Menschen in seinem Umfeld zu schützen und gut zu behandeln. Denn er weiß, dass alles, was er heraus gibt, zu ihm zurückkommt und dass, wenn er nur seine Bedürfnisse befriedigt, auch nichts weiter zurückbekommen wird nichts sinnvolles daraus entstehen wird.

 

Und wohin dann mit unserer biologischen Kraft?

Also erst mal, die Männer sind damit nicht allein, wie oft dargestellt wird, auch Frauen empfinden Bedürfnisse.

Im Tao der heilende Liebe, beginnt man erst mal bei sich selber eine Basis aufzubauen, seine Energie zu kultivieren, sein Bewusstsein zu entwickeln und zu Praktizieren. Und wenn man auf einer guten Ebene ist, kann man dies mit einem Partner teilen. Und so ist es mit allen im Leben. Sexualität beginnt nicht im Bett und besonders für Frauen nicht. Sie beginnt mit Respekt, mit Gesprächen, mit Wertschätzung und Annäherung über den Tag verteilt und wird zu immer tieferer Berührung. Die sexuelle Vereinigung ist nur der Höhepunkt dessen, was zwei Menschen miteinander leben. Umso fataler ist es, wenn wir diese nicht bewusst leben.

Sexuelle Energie muss bei sich selbst und bei der anderen Person ins Gleichgewicht gebracht werden. Dann kann sie nährend und auch heilend wirken.

 

Rein biologisch kommen zwei Menschen zusammen, um Leben daraus zu kreieren. Einer meiner Lebenspartner sagte mir einmal, „ein Kind ist die materialisierte Form der Liebe“. Ist es dann nicht umso wichtiger, dass alle beide gesund verbunden sind in Liebe? Und wie viele Probleme entstehen weil die Basis eben nicht stimmt? Wir vergessen oft, dass Sexualität die Brücke ist um Leben zu produzieren und nicht nur Fun! Und er sagte auch mal, „die wichtigste Frage ist, hast du geliebt“? Ich fand diese Frage sehr eingehend . Sollte es nicht vielleicht so sein? Und auch wenn die reinen Atheisten mit der Biologie kommen, so würden wir uns doch nicht mit jeden aus der Natur einfach unachtsam verbinden, weil wir uns auch das Beste von dem Anderen Wünschen?

 

Am Ende muss sich jeder mit der Frage auseinandersetzen. Was macht er mit der Energie? Wohin damit? Und wie bewusst lebt er sie und wie tief? Und was soll eigentlich das Ziel für das Leben sein? Sollen wir ewig suchen und hin und her springen? Was davon zeugt, dass wir keine Beziehung führen können und nur Bedürfnisse befriedigen. Oder sollen wir ernsthaft Beziehungen führen? Mit alldem was dazugehört? Sind wir bereit, einen Menschen zu halten, auch wenn es dunkel wird und ihn bis zum letzten Atemzug zu begleiten? Sind wir bereit zu geben? Sind wir bereit, Seite an Seite in den tiefsten Schatten zu schauen? Sexualität entflammt auf einem hohen Level auf Grundlage einer starken Basis. Die Qualität wird dann eine komplett andere.

 

In den alten Strukturen, den alten germanischen Familien und vor allem den Ninja Clans wäre es fatal gewesen, wenn jeder gemacht hätte, wie er wollte und hätte ein ganzes Dorf oder den ganzen Clan gefährden können! Und im Kern wissen, dass alle Traditionen, da hilft es nicht, sich raus zu reden und seine Fehler zu entschuldigen. Immer wieder gibt es Menschen, die die Verantwortung einfach nicht tragen.

 

Leider sieht man immer häufiger, dass viele Menschen auf Partnerbörsen enden in regelmäßigen Abständen sich mit Menschen „austauschen“ und am Ende darunter leiden, unglücklich werden und sich immer weniger auf Beziehungen einlassen können. Sie verrohen irgendwann. Psychologisch ist das ganz einfach. Je mehr schlechte Erfahrung Ich mache, desto schwieriger wird es. Und auch wenn ich gute Erfahrungen mache, hat das Konsequenzen. Und das gilt für Männer und Frauen! Nicht nur für die Damen der Schöpfung. Denn je mehr ein Mann sich abkapselt und und sich ungesunder Weise in unserer Gesellschaft sogar noch aufgewertet damit, desto mehr verroht er und wird beziehungsunfähig. Es ist nicht schlechtes daran, wenn man Erfahrungen gemacht hat. Aber wenn man Menschen wie Objekte auswechselt und sich noch an der Zahl hochzieht, hat man wahrscheinlich nichts von Intimität verstanden. Und besonders Männer profitieren von der Herz-Energie der Frauen. Sie betrügen sich also selbst, wenn sie auf der Schiene bleiben. Im schlimmsten Fall mit Porno-Konsum enden, was viele fatale Folgen auf das Gehirn hat. Jedes Geschlecht trägt seine eigenen Konsequenzen.

 

Und noch etwas, sollten wir doch vielleicht etwas zurückhaltender werden, wenn es darum geht, was wir angeblich über das andere Geschlecht wissen. Behaupten, zu wissen, was ist und wie etwas geht und wie man es macht, ist am Ende nichts als reines Ego, denn das bekommt man nur individuell durch Gespräche mit der anderen Person raus. Wir können nicht alles kontrollieren. Und da fängt es an. Und das ist der erste Schritt in der Sexualität, Macht abzugeben, nicht mehr zu kontrollieren, sich im wahrsten Sinne des Wortes „nackt“ und verletzlich zu machen und ineinander über zu fließen. Jeder Mensch braucht etwas anderes und hat andere Bedürfnisse.

Es ist der Tanz der Geschlechter, der immer engere Kreise um sich zieht. Er sollte frei und verspielt sein und fernab jeglicher gesellschaftlicher Erwartungen oder irgendwelcher Dogmen.

 

Am Schluss möchte ich noch darauf hinweisen, dass in allen alten Traditionen und Wegen dieses kraftvolle Ritual zelebriert wurde. Bei uns zum Beispiel am 1. Mai mit Beltane, was die Christen später zur Walpurgisnacht uminstrumentierten. Es war ursprünglich ein Fruchtbarkeitsritual in dem Göttin und Gott sich vereint haben und damit den Einklang des Frühlings und des Sommers gefeiert haben. Im Harz, dem spirituellen Herzen Deutschlands, kann man dieses wunderschöne Ritual betrachten, wo das Ganze drumherum auf so einem hohen und sinnlichen Level gebracht wird was Sexualität wirklich sein kann, nämlich Schönheit, Berührung, Tanz, Verschmelzung, Ekstase und Ritual. Es geht über einen langen Zeitraum und es ist bezaubernd und wunderschön anzusehen. Es ist so tief berührend, dass Sexualität plötzlich eine ganz andere Bedeutung hat als neu moderner Schnickschnack. Es ist die pure Schönheit des Herzens und die Ekstase der Seele.

 

Die Ninja und Adepten der alten Wege haben gelernt, ganzheitlich sexuell zu interagieren und dabei viele Ebenen mit zu nutzen. Der Schlüssel ist Natürlichkeit und Bewusstheit. Erst dann gehen wir automatisch in tiefere Praktiken, wie dem heilenden Dao, Tantra oder ähnlichem. Denn diese gehen auch davon aus, dass man später durch die gemeinsame Entwicklung der sexuellen Urkraft ein höheres Level erreichen kann, beziehungsweise es auch eine Möglichkeit ist, sich mit dem Göttlichen zu verbinden.

Sind wir bereit, uns wirklich hin zu schenken und finden jemanden, mit dem wir Liebe entwickeln können ist Sexualität eine Möglichkeit im Universum tiefer aufzusteigen. Und nicht zuletzt eine unglaubliche Schönheit, die mit Liebe ganz anders gelebt wird. Und sind wir ehrlich viel besser und wertvoller ist ;-)



Zum Schluss möchte ich noch einen Videolink teilen, den ich sehr empfehlen kann, die Dame hat das Thema sehr gut auf dem Punkt gebracht: https://youtu.be/l3DoB13Y210?si=A1DYfgizT4dxxj_0